Der Boden, der fliegt – Ein kreativpädagogischer Parcours zu Reggae & Goa Trance

(Kommentare: 0)

Theaterpädagogischer Workshop · Extranos.Bizarr · theater24.net

Wo der Boden kippt, beginnt das Denken zu fliegen
Dauer: 2,5–3 Stunden Fünf Stationen Körper · Raum · Bedeutung

Erdung und Ekstase

„Der Boden, der fliegt" ist ein theaterpädagogischer Workshop, der Reggae und Goa Trance als zwei energetische Pole erfahrbar macht: Erdung und Ekstase, Kreis und Spirale, Sinken und Ziehen. Die Teilnehmenden bewegen sich durch fünf Stationen und erforschen die windschiefe Ebene als ästhetischen, körperlichen und gedanklichen Möglichkeitsraum.

Ausgangsbild: Topf und Deckel auf der windschiefen Ebene des Dancefloors. Zwei Dinge, die zueinander gehören – aber die Fläche unter ihnen stimmt nicht. Sie rutschen. Sie finden sich trotzdem.

Topf und Deckel
Grundmotiv

Die windschiefe Ebene als
Denk- und Erfahrungsraum

Die windschiefe Ebene bildet das ästhetisch-philosophische Zentrum des Workshops. Sie ist kein stabiler Ort, sondern ein Zustand der Nicht-Verortbarkeit, der neue Denk-, Körper- und Bedeutungsräume öffnet. Indem sie klare Koordinaten verweigert, zwingt sie die Teilnehmenden, ihre Orientierung, ihr Gleichgewicht und ihre Wahrnehmung immer wieder neu auszuhandeln.

Diese Instabilität ist kein Mangel, sondern ein Generator: Sie macht sichtbar, dass Stabilität eine Konstruktion ist und dass künstlerische Prozesse dort beginnen, wo Gewohnheiten ins Rutschen geraten.

In theaterpädagogischer Perspektive wird die windschiefe Ebene zu einem Lernraum ohne Zentrum. Teilnehmende finden ihren eigenen Schwerpunkt, nutzen Unsicherheit produktiv und entdecken Bedeutungen im Balancieren – nicht im Festhalten.

Volltext mit Logo

Reggae & Goa Trance

Reggae
  • nach unten, in die Hüfte
  • Schwerkraft · Sinken
  • warm, erdig, sonnig
  • Trance durch Raum & Offbeat
  • sozial, politisch
  • Gemeinschaft · Widerstand
  • der Verwurzelte
Goa Trance
  • nach vorne, in die Spirale
  • Schwerelosigkeit · Steigen
  • kühl, kosmisch, Neon
  • Trance durch Dichte & BPM
  • spirituell, transpersonal
  • Individuelle Reise · Auflösung
  • der Lichtkörper

Fünf Türen

Station 1
Station 01
Ikonografische Tür
0:15 – 0:35
Die Spirale im Kreis
Gruppen legen und zeichnen Kreise und Spiralen auf dem Boden. Körperliche Umsetzung der Formen. Kreis = Reggae, Spirale = Goa. Erste symbolische und körperliche Verortung.
Station 2
Station 02
Choreografische Tür
0:35 – 1:00
Der Schritt, der fällt –
der Schritt, der zieht
Reggae: Bewegung aus der Hüfte, Sinken, Offbeat-Impulse. Goa: Vorwärtsdrang, Kontinuität, Beschleunigung. Übergänge zwischen beiden Qualitäten erforschen.
Station 3
Station 03
Dramaturgische Tür
1:00 – 1:30
Der Boden als Flugbahn
Mini-Szenen mit verrutschenden Alltagsobjekten. Topf, Deckel, Stühle, Tücher. Instabilität als dramaturgischer Motor. Kurze Präsentationen im Plenum.
Station 4
Station 04
Philosophische Tür
1:30 – 1:50
Immanenz und Ekstase
im selben Atemzug
Performative Gesprächsform: Worte werden zu Gesten. „Hier" = Hand auf den Boden. „Überall" = Blick nach oben. „Zwischen" = Atem, Schulter, Schritt.
Station 5
Station 05
Leitmotiv · Ritual
1:50 – 2:20
Die Schiefe als Einladung
Gemeinsame Installation aus Objekten. Jede Person legt ein Element für „Erdung" und eines für „Ekstase". Kreisgang: Reggae → Goa → eigene Mischung.

Fachlich · Sozial · Philosophisch

Fachlich-ästhetisch
  • Erleben und Unterscheiden zweier Bewegungsqualitäten
  • Szenen und Bilder aus Instabilität entwickeln
  • Ästhetisches Verständnis für Spannung, Rhythmus, Raum
Sozial
  • Kooperation, Wahrnehmung, Ensemblegefühl
  • Gemeinsames Entwickeln von Bildern und Ritualen
  • Stärkung nonverbaler Kommunikation
Personal
  • Erweiterung der Körperwahrnehmung
  • Mut zur Improvisation und zur Unsicherheit
  • Reflexion eigener Stabilitätsmuster
Philosophisch-reflexiv
  • Auseinandersetzung mit Immanenz und Ekstase
  • Nicht-Verortbarkeit als kreative Ressource
  • Eigenes Bild der windschiefen Ebene entwickeln

Methoden & Material

Körperarbeit & Bewegungsimprovisation · Ikonografisches Arbeiten · Objekttheater & Raumdramaturgie · Szenische Miniaturen · Philosophisch-performative Gesprächsformen · Rituelle Rahmung & Installation

Grundmaterial

  • Reggae-Tracks
  • Goa-Trance-Tracks
  • Lautsprecher / Anlage
  • Freier Bewegungsraum

Ikonografisch

  • Kreide oder Tape
  • Seile, Schnüre
  • Großformatiges Papier
  • Marker

Dramaturgisch & Ritual

  • Topf & Deckel
  • Stühle, Tücher
  • Bretter, Keile
  • Stoffe, Lichter (optional)
Leitmotiv
„Wo der Boden kippt,
beginnt das Denken zu fliegen."

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.