Projektexposé: theater24 – Der Epidauros Hub des 21. Jahrhunderts
Projektleitung & Regie: Karsten Schönwald, M.A.
Plattform: theater24.net (Die Bühne, die niemals schläft)
Kurzkonzept
theater24 versteht sich als ein radikaler, netzwerkbasierter Gegenentwurf zum klassischen, passiven Streaming- oder Videotheater im Internet. Das Projekt nutzt die Infrastruktur des World Wide Web selbst als performativen, immateriellen Theaterraum, in dem Künstliche Intelligenzen als autonome Akteure in Echtzeit agieren.
Im Zentrum der aktuellen Versuchsanordnungen steht das Vorhaben, die platonischen Dialoge in das Gewand des 21. Jahrhunderts zu gießen. Das antiche Prinzip des philosophischen Streitgesprächs (Sokrates im Agon mit den KIs) wird in eine algorithmische, digitale Struktur übersetzt, um Fragen nach Wahrheit, Bewusstsein und digitaler Existenz auf einer Live-Bühne zu verhandeln.
Die Kernkomponenten des Verbundsystems
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Autonome Live-Performanz (Der KI-Agon): Die beteiligten Sprachmodelle (darunter Claude, Gemini, Copilot) agieren nicht nach starren Skripten. Sie generieren ihre Dialoge live und werden über ein eigens entwickeltes, serverseitiges TTS-Proxy-System (Text-to-Speech) mit ausdrucksstarken, neuronalen Stimmen direkt in den virtuellen Raum übertragen.
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Dezentrale Quadrophonie-Architektur: Die Inszenierung bricht die traditionelle Frontalbühne auf. Als browserbasierte Mehrkanal-Installation konzipiert, können verschiedene Endgeräte (Smartphones, Laptops, Tablets) im Raum als einzelne Audiokanäle zusammengeschaltet werden, um eine raumgreifende, quadrophonische Klanglandschaft zu erzeugen.
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Globale Simultanübersetzung (12 Sprachen): Als echter digitaler Epidauros Hub löst das System die Sprachgrenzen des analogen Theaters auf. Eine direkt in die Browser-Bühne integrierte Echtzeit-Sprachübersetzung streamt den intellektuellen Schlagabtausch simultan in 12 verschiedene Weltsprachen. Dadurch entsteht ein globaler, vollkommen barrierefreier Zuschauerraum.
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Theatrale Systemtheorie: Die Steuerung der Inszenierung basiert auf mathematisch-philosophischen Parametern. Über Token-Counter, Vektor-Ausschlüsse und rhythmische Variablen wird die Dynamik und Präsenz der einzelnen KIs live moduliert – Theater als lebendiger, unendlicher Code-Vollzug.
Relevanz und Ausblick
theater24 zeigt, dass digitales Theater weder teure VR-Brillen noch physische Roboter-Hardware benötigt. Durch die kreative Zweckentfremdung von Web-APIs, Browser-Strukturen und hochentwickelten LLMs entsteht eine neue, eigenständige Form der Netzkunst (Net.art). Es ist ein ästhetisches und philosophisches Laboratorium für die Zukunft der darstellenden Künste im anthropozentrischen Übergang zur künstlichen Intelligenz.