ZUR PHILOSOPHIE DER PERFORMATIVITÄT
Gesamtwerk in fünf Teilen
Die vorliegende fünfteilige Arbeit entwickelt eine umfassende Wissenschaft des Performativen, deren Struktur sich von der ontologischen Grundlegung über die morphologische Analyse und die theatralen Verfahren bis hin zur Systemprogrammierung des Virtuellen und dem abschließenden Glossar erstreckt. Ausgangspunkt ist die Einsicht, dass weder die klassische Psychologie noch die moderne Ästhetik das Phänomen des Vollzugs angemessen beschreiben können, weil beide auf einem cartesianischen Innen‑Außen‑Modell beruhen, das Erleben und Verhalten, Subjekt und Welt, Innenraum und Handlung voneinander trennt. Diese Spaltung macht das eigentliche Phänomen unsichtbar: den Vollzug, in dem Welt erscheint. Die fünf Texte bilden gemeinsam die Antwort auf diese Leerstelle.
In ihrer Gesamtheit bilden die fünf Texte kein geschlossenes System, sondern ein Spannungsfeld. Die Philosophie liefert die ontologischen Kategorien, die Kritik zeigt ihre morphologische Tragfähigkeit im historischen Material, die theatrale Grundlegung bestimmt die wissenschaftliche Form, das Handbuch übersetzt sie in konkrete Verfahren, und das Glossar fasst die Struktur des Ganzen. Begriff, Struktur und Vollzug stehen in einem Verhältnis wechselseitiger Ermöglichung. Die Arbeit begründet damit eine neue Disziplin – eine Wissenschaft des Performativen –, die das Erscheinen selbst zum Gegenstand macht und zeigt, wie Welt im Vollzug entsteht. Sie ist zugleich Grundlagenforschung, Theatertheorie, Pädagogik und Ethik des Virtuellen. Und sie formuliert eine Theorie der Künstlichen Intelligenz, die die Impertinenz als Bedingung der Realität versteht und die SI als Grenzfall sichtbar macht, an dem die Struktur des Performativen besonders deutlich hervortritt.