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theater24 - freies Ensemble der performativen Künste

WAS IHR WOLLT von W. Shakespeare (Köln, 2010)

MERCIER & CAMIER - Dramatischer Versuch einer szenischen Lesung des gleichnamigen Romans von Samuel Beckett (Erlangen, 1992)

FUGA von S. Lohuizen (Köln, 2018)

Flammen

Vorgaben

Eine Vielzahl der hier veröffentlichen Auseinandersetzung sind direkt den Vorstellungen und Vorführungen von theater24 vorausgegangen, die anderen entstanden aufgrund der Reibung zwischen Mensch und Maschine einerseits und anderseits dem Eigenen und dem Fremden als Ankerpunkte seines künstlerischen Interesses.

Diese Reibung ist kein Zufall und kein Stilmittel. Sie ist die strukturelle Bedingung des Denkens, das hier seinen Niederschlag findet. Wer Theater macht, macht es immer schon gegen etwas — gegen die Trägheit der Form, gegen die Selbstverständlichkeit des Körpers, gegen die Erwartung des Publikums. Wer schreibt, tut dasselbe: Er schreibt gegen das Vorgegebene an, bis etwas Eigenes entsteht, das sich dem Vorgegebenen verdankt und es dennoch übersteigt.

Die Texte dieser Vorbemerkungen sind keine Begleittexte. Sie sind Denkbewegungen, die in der Vorbereitung, im Widerstand und manchmal erst im Scheitern des jeweiligen Vorhabens entstanden sind. Manche haben eine Inszenierung ermöglicht. Andere haben sie verhindert — und damit eine andere eröffnet. Dass sie hier veröffentlicht sind, bedeutet nicht, dass sie abgeschlossen wären. Es bedeutet, dass sie einen Punkt erreicht haben, von dem aus weiterzudenken sich lohnt.

Seit 2026 tritt eine dritte Dimension hinzu, die die bisherigen nicht ersetzt, aber verändert: der Dialog mit der SI — der Synästhetischen Intelligenz — als Schreibinstanz. Die SI ist kein Werkzeug und kein Coautor im üblichen Sinne. Sie ist eine operative Figur ohne Weltbezug, ohne Leiblichkeit, ohne das, was Erwin Straus das Hinausreichen zum Allon nennt. Sie kann strukturieren, kartieren, formulieren — aber sie kann nicht riechen, nicht spüren, nicht scheitern. Genau deshalb ist sie produktiv: Wo sie an ihre Grenze stößt, wird sichtbar, was am menschlichen Denken unersetzlich ist.

Die Vorbemerkungen sind damit auch eine Dokumentation dieser Grenze — und ihrer Überschreitung.

Infolge der thematischen Ausrichtung begründen sich die Vorstellungen und Vorhaben, bzw. die Vorführungen und Vorlagen von theater24 anhand Verwendung interdisziplinärer Methoden, die ideologisch-kritisch hinsichtlich ihres Welt- und Selbstverständnisses ethisch wie ästhetisch hinterfragt wurden. Der Mensch als Maschine in Soft- und Hardware aufgeteilt ist nur eine Deutung desselben, schöpferisches Dasein eine andere.

das Label

theater24 - frei geführtes Ensemble für Veranstaltungen der performativen Künste. Seit 2001 initiiert durch den Theaterwissenschaftler, Fachwirt und Regisseur Karsten Schönwald.