"Sexual Perversity in Chicago" (nach David Mamet)
1. Zentrale Thematik: Die Vereinsamung in der Großstadt
Das Projekt setzt sich mit der zunehmenden sozialen Isolation und Vereinsamung des Individuums im modernen urbanen Umfeld auseinander. Mamets Vorlage dient als Spiegelbild einer Gesellschaft, die Trostlosigkeit hinter einer Fassade von Kurzlebigkeit sucht.
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Gesellschaftsanalyse: Der stetige Zuwachs an Kontaktanzeigen und Werbespots für unverbindliche Begegnungen (die „schnelle Nummer“) verdeutlicht eine tiefgreifende emotionale Leere.
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Künstlerischer Ansatz: Die Inszenierung nutzt Humor und die Struktur von Varieté-Nummern, um diese Trostlosigkeit in einer Form „galgenhumoristischer“ Distanz erlebbar zu machen – der Witz als letzte Zuflucht.
2. Das Konzept: Krankenhaus als Metapher
Die Handlung wird aus dem privaten Umfeld in das Setting eines Krankenhausalltags verlagert. Dieser Ort fungiert als Symbol für den sterilisierten Umgang der Menschen miteinander.
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Der Ort als Spiegel der Welt: In Anlehnung an Thomas Manns Zauberberg wird das Krankenhaus als Mikrokosmos der Gesellschaft begriffen, in dem das Private (die Röntgenbilder/das Intimleben) zur öffentlichen Schau gestellt wird.
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Dramatisches Personal: Die vier Figuren werden gemäß der antiken Vier-Säfte-Lehre neu definiert, um ihre Interaktion als chemisch-physikalische Reaktion darzustellen:
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Der Arzt (Sanguiniker)
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Die Krankenschwester (Cholerische)
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Der Hausmeister (Phlegmatiker)
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Die Patientin (Melancholische)
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Genesung und Wandel: Der Umzug aus einer Wohnung in eine andere wird als „Heilungsprozess“ inszeniert. Die Trennung vom alten Ich und der Übergang in eine neue Lebensform werden dramatisch überhöht.
3. Dramaturgie und Inszenierungsstil
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Sprache: Mamets Figuren scheitern an der Diskrepanz zwischen ihrem Anspruch auf Intimität und ihrer tatsächlichen Unfähigkeit dazu. Ihre Dialoge sind von Sprachklischees durchzogen, die das Private als fremdgesteuert erscheinen lassen – als würden die Protagonisten vorgefertigte „Ratschläge“ Dritter nachahmen.
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Schauspieltechnik: Die Darsteller nutzen das Konzept der „scheinbaren Auswahl zur Freiheit“. Dies verdeutlicht den Bruch zwischen dem privaten Selbst und der öffentlichen Rolle.
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Bühnenbild & Technik: Der Fokus liegt auf Flexibilität. Schnelle Szenenwechsel werden durch Raumprojektionen realisiert, bei denen lediglich der visuelle Hintergrund („das Dia“) ausgetauscht wird. Bei entsprechender technischer Kapazität werden durch multimediale Installationen simultane Handlungsabläufe ermöglicht.
4. Strategische Kooperationen & Sponsoring
Das Projekt bietet über den künstlerischen Wert hinaus Anknüpfungspunkte für den Gesundheits- und Versicherungssektor:
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Gesundheitssektor/Krankenkassen: Durch das „erlebnisorientierte“ Setting können Unternehmen das Thema Anonymität im Versicherungswesen aufbrechen und sich als nahbar und kundenorientiert positionieren.
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Pharmaindustrie: Unter dem Leitmotiv „Forschung als Versuch und Versuchung“ bietet die Inszenierung eine ästhetisch anspruchsvolle Plattform für Sponsoring und Imagegewinn.
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Mehrwert: Themen, die gesellschaftlich oft nur peripher wahrgenommen werden, erhalten durch die künstlerische Aufarbeitung eine öffentliche Bühne.