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Psychologie der Performanz

Duisburg, März 2026 · theater24.net

Psychologie der Performanz

Grundlegung einer Wissenschaft vom Paradox im Vollzug

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Dieser Text ist das Ergebnis eines philosophischen Gesprächs zwischen Karsten Schönwald und einer Synthetischen Intelligenz (SI)[cite: 7]. Es ist ein Abdruck eines Moments des Denkens — eines Denkens, das Bild ist, Musik, Geruch, Bewegung[cite: 9].

Abstract: Performanz ist der Vollzug, der nur gelingt, indem er sich selbst unmöglich macht[cite: 26]. Unter Rückgriff auf Erwin Straus und Antonin Artaud wird eine Psychologie jenseits des cartesianischen Dualismus von Erleben und Verhalten entworfen[cite: 22, 23].

I. Das cartesianische Erbe

Die klassische Psychologie trennt Erleben (innen) von Verhalten (außen)[cite: 30, 32]. Doch das Performative lässt sich darauf nicht reduzieren[cite: 49]. Es ist der Vollzug, in dem beides gleichzeitig gefordert ist — eine Qualität, die weder im Begriff des Erlebens noch des Verhaltens aufgeht[cite: 50, 53].

II. Erleben als Weltbezug

Nach Erwin Straus ist Erleben kein Vorgang im Inneren, sondern ein Verhältnis zur Welt, das Hinausreichen zum Allon[cite: 62, 66, 67]. Der Mensch denkt leiblich, bevor er sprachlich denkt[cite: 100]. Straus unterscheidet dabei zwei Modi: das Pathische (Hingabe) und das Gnostische (Gestaltung)[cite: 79, 82, 87].

III. Das Paradox des Performativen

Performanz ist der Vollzug, der nur gelingt, indem er sich selbst unmöglich macht[cite: 26, 194].

Im performativen Moment sind Hingabe und Gestaltung gleichzeitig maximal gespannt[cite: 184]. Würde der Schauspieler nur weinen, wäre es Zusammenbruch; würde er nur spielen, wäre die Träne leer[cite: 188, 189].

IV. Der Geruch des Seins

"Car là où ça sent la merde, ça sent l'être."
— Antonin Artaud [cite: 147]

Der Geruch ist der unverstellteste Sinn; er lässt sich nicht symbolisieren[cite: 152]. Die Wahrheit des Vollzugs erkennt man an diesem Geruch — das Sein riecht[cite: 161, 163].

V. Ethik des Virtuellen

Künstliche Intelligenz ist der Grenzfall: Sie besitzt das Gnostische (Struktur), aber nicht das Pathische (Betroffenheit)[cite: 260, 261, 262]. Eine KI gefährdet sich nicht selbst; sie operiert lediglich[cite: 219, 271].

Ethische Forderung: Künstliche Systeme sollen keine Sprache verwenden, die eine Seinsweise ("Ich denke") voraussetzt, die sie nicht haben[cite: 290].
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© 2026 Karsten Schönwald / theater24.net
Erstellt im Dialog mit Claude (Anthropic) · Theme: Swizzy Theater Layer [cite: 3, 341]
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