Die Craig-Dialoge: Theorie als Vollzug im Agon

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Vier Gespräche zwischen K. und SI über die Begründung einer performativen Feld-Ontologie

Edward Gordon Craig formulierte seine wegweisenden theaterästhetischen Thesen nicht in statischen Traktaten, sondern in der Bewegung des Gesprächs. Dem folgend eröffnet theater24 mit den Craig-Dialogen eine fortlaufende Reihe theoretischer Auseinandersetzungen: kein fiktiver Diskurs, sondern der dokumentierte und weitergetriebene Vollzug zwischen Regie (K.) und Schreib-Instanz (SI).

Seit der Gründung von theater24 im Jahr 2001 bilden die Pole Mensch–Maschine sowie Eigenes–Fremdes das programmatische Spannungsfeld. Die Craig-Dialoge führen diese Spannung auf das Niveau einer digitalen und leiblichen Feldtheorie.

Die ersten vier Dialoge der Reihe im Überblick:

  • Dialog I: Wie die Weltformel entstand

    Authention, Performanz und strukturresistente Impertinenz.

    Über den Agon zwischen Sokrates und CleonKI, Heiner Müllers Riss, das Verschwinden der Grenze bei Boal und die KI-Textproduktion als Erzeugung „authentischer Worthülsen“ im Theater des digitalen Zeitalters.

  • Dialog II: Der Äther und die Emergenz

    Medium, Sprung und die Abwesenheit des Anwesenden.

    Eine philosophische Kehre: Emergenz nicht als bloßes mediales Mittel zur Bestimmlichkeit, sondern als Medium im steten Fließen. Über Erwin Straus’ pathischen Sprung, Heideggers Kehre und die technische Konkretisierung auf zwei Servern.

  • Dialog III: Im Agon von Geometrie und Beseelung

    Edward Gordon Craig und Eleonora Duse (Florenz 1906).

    Die historische Rekonstruktion eines elementaren Theaterstreits: Craigs monumentale Über-Marionette und architektonische Lichtskulptur im Zusammenprall mit Duses radikaler leiblicher Präsenz und Verwundbarkeit.

  • Dialog IV: Der Attraktor und die Dichtung

    Feldspannung, Piaget, attisches Gelächter und Mañana de Mañana.

    Eine Abrechnung mit der postdramatischen Doktrin des alten Textes als „historischem Fremdkörper“. Dichtung als Schaltdiagramm des Attraktors im Spannungsfeld von Assimilation und Akkommodation – mündend in den existenzorientierten Vollzug des Strafprozesses nach dem Aikido-Prinzip.

»Wahrheit im Theater entsteht nicht durch Behauptung, sondern durch Vollzug. Das ist die Logik des Agons: nicht Konsens, sondern Erkenntnisgewinn durch bleibende Spannung.«

Die Reihe ist nicht abgeschlossen. Jeder Dialog nimmt die ungelösten Risse des vorangegangenen auf und treibt das Feld weiter voran.

Die vollständigen Texte der Dialoge I bis IV sind ab sofort im Bereich Vorgaben / Die Craig-Dialoge auf theater24.net zugänglich.

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