das Label

theater24 - frei geführtes Label seit 2001 für Veranstaltungen der performativen Künste; initiiert durch den Spielleiter, Regisseur und Theaterwissenschaftler Karsten Schönwald.

Im Kern seiner künstlerischen Arbeit thematisiert theater24 zum einen die Beziehung von Mensch und Maschine im Zeitalter der virtuellen Medien, zum anderen das Verhältnis zwischen dem Eigenen und dem Fremden. Zu diesem Zweck entwickeln produktionsbezogene Teams Theater-Vorstellungen und Vorführungen, die vom thematischen Spannungsfeld gespeist nach gegenwärtigen Ausdrucksmöglichkeiten suchen.

Vorstellungen und Vorführungen

Die an verschiedenen Kölner Bühnen und anderen Kultureinrichtungen präsentierten Produktionen und Projekte wurden größtenteils selbsttragend finanziert, nur drei von neun wurden durch öffentliche Zuwendungen gefördert. Den Veranstaltungen waren und sind jeweilige Strategien des Marketings immanent.

Die ästhetische Programmatik von theater24 vermittelt sich augenblicklich im bzw. am Wort-Bild aus Buchstaben und Zahlen. So stellt sein Logo eine Affinität zum Zeitalter moderner Medien her, indem darin eine Analogie zu wirtschaftlichen Unternehmen aufgegriffen wird, die den virtuellen Charakter des Internet mit real-ökonomistischen Bezügen zum Alltag verknüpfen. Dieser Alltag zeigt sich dann auch wiederum als Einheit des Kreis von vierundzwanzig Stunden, womit sich die Ganzheitlichkeit von Schauspiel und Theater im Spiegel gebrochen zu erkennen gibt.

Infolge der thematischen Ausrichtung begründen sich die Vorstellungen und Vorhaben, bzw. die Vorführungen und Vorlagen von theater24 anhand Verwendung interdisziplinärer Methoden, die ideologisch-kritisch hinsichtlich ihres Welt- und Selbstverständnisses ethisch wie ästhetisch hinterfragt wurden. Der Mensch als Maschine in Soft- und Hardware aufgeteilt ist nur eine Deutung desselben, schöpferisches Dasein eine andere.

In diesem Sinne wird hier eine Alternative zum >performativen turn< heutiger Tage gesucht, deren Ästhetik im Moment den Diskurs im Theater heute und der Zeit weitgehend bestimmt. Trotz Wahrung grundlegender Wirkweisen, wie Eigengesetzlichkeit, Authentizität, Transparenz und Wahrhaftigkeit der Inszenierung wollen wir die Autorenschaft, die literarische Tradition des Theaters im theater24 nicht aufgegeben, sondern weiter- sowie fort-schreiben, ohne gleich dem Verdacht der Werktreue mit musealem Charakter anheim zu fallen.