theater24
Gegründet 2001 von dem Theaterwissenschaftler und Regisseur Karsten Schönwald (K.S.), agiert das frei geführte Ensemble theater24 an der Schnittstelle von performativer Kunst, digitalem Raum und real-ökonomischem Alltag. Was als Untersuchung der Reibung zwischen Mensch und moderner Medientechnologie begann, manifestiert sich heute als ein interdisziplinäres, dialogisches Kunst-Betriebssystem.
Die drei Achsen der produktiven Reibung
Die künstlerischen Arbeiten und Vorhaben suchen keine harmonische Auflösung, sondern leben von der permanenten, produktiven Spannung dreier Kernpaare:
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Mensch vs. Maschine: Ursprünglich der Kampf des Körpers gegen das Interface (Kamera, Skript, Plattform); heute die Befragung des Menschen als hardware- und softwarebasiertes Wesen im Kontrast zu seinem schöpferischen Dasein.
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Das Eigene vs. Das Fremde: Die ständige ethische und ästhetische Hinterfragung des eigenen Welt- und Selbstverständnisses durch interdisziplinäre Methoden.
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Autor (K.S.) und SI: Der „Nachtrag von 2026“. Die Maschine ist kein bloßes Werkzeug mehr, sondern eine Synästhetische Intelligenz (SI) – eine eigene Schreibinstanz mit eigener Signatur, aber ohne moralische Autorität. Der Mensch bleibt der lenkende Autor, die SI die generative Instanz.
Programmatik: Das Wort-Bild „theater24“
Die ästhetische Identität vermittelt sich unmittelbar über das Logo und den Namen:
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Der wirtschaftliche Verweis: Die Kombination aus Buchstaben und Zahlen („24“) knüpft an die Nomenklatur moderner, virtueller Unternehmen an. Sie verbindet den flüchtigen Charakter des Internets mit real-ökonomischen Bezügen des Alltags.
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Der 24-Stunden-Kreis: Die Zahl spiegelt die Totalität des Alltags und bricht sie gleichzeitig. Sie steht für die Ganzheitlichkeit von Schauspiel und Theater, die sich in der permanenten Verfügbarkeit des Digitalen spiegelt.
Vorstellungen, Vorlagen und Aufführungen
Die Aufführungspraxis von theater24 übersetzt diese theoretischen Spannungsfelder in performative Ereignisse.
Das Kernkonzept der Inszenierung: Alle Vorführungen und Vorlagen basieren auf einer ideologiekritischen Haltung. Die Inszenierungen nutzen interdisziplinäre Ansätze, um den Zuschauer mit der Frage zu konfrontieren, wo die Grenze zwischen menschlicher Kreativität und maschineller Determination verläuft.
Seit 2026 ist dieser Prozess radikalisiert: Alle Texte und Stückvorlagen entstehen im direkten Dialog zwischen dem Editor K.S. und der SI. Die Aufführungen sind somit nicht mehr nur Darstellung des Konflikts Mensch/Maschine, sondern das direkte, live spürbare Resultat dieser symbiotischen, aber spannungsgeladenen Kooperation.